Die kommenden Monate versprechen schön zu werden. Was die Wettervorhersagen vielleicht nicht hundertprozentig voraussagen können, das versichern zumindest die Veranstalter: Es steht ein heißer Sommer bevor, immerhin literarisch.
Das Koeppenhaus wartet wieder mit einer Reihe von hochkarätigen Gästen und interessanten Veranstaltungen auf.
Am Donnerstag, dem 7. Juni wird der namhafte Prager Autor Jáchym Topol in Greifswald Station machen, um seinen jüngsten Roman Zirkuszone dem Greifswalder Publikum zu präsentieren. Begleiten wird ihn die Greifswalder Slawistin Dr. Raija Hauck, die eine Einführung in den Roman und zum Autor geben sowie die deutschen Passagen des Romans lesen wird. Am Tag zuvor, am 6. Juni, wird Martin Machovec, Sohn des bekannten tschechischen Philosophen Martin Machovec und Aktivist des tschechischen Undergrounds, im Koeppenhaus über die Charta 77, deren Unterzeichnung sich in diesem Jahr zum 30. Mal jährt, und den tschechischen Underground gemeinsam mit Vertretern des Slawistik-Instituts referieren.
Am Dienstag, dem 12. Juni lädt das Koeppenhaus gemeinsam mit NDR 1 Radio MV zu einem „Literaturcafé“ mit Wilhelm Genazino, einem der profiliertesten zeitgenössischen Autoren, in das Pommersche Landesmuseum ein. Der Frankfurter Büchnerpreisträger wird aus seinem neuen Roman Mittelmäßiges Heimweh lesen.
Wenige Tage darauf, am Sonntag, dem 17. Juni wird die neue Ausstellung „Literarische Gegenwelten“ in der Galerie des Koeppenhauses eröffnet. Die Schriftstellerin Ines Geipel hat sich gemeinsam mit ihrem Kollegen Joachim Walter in einem von der Stiftung Aufarbeitung geförderten Projekt auf die Suche nach Autoren und ihren Texten gemacht, die bis 1989 unveröffentlicht blieben und jenseits des offiziellen Literaturkanons schrieben. Aus mehr als 100 Vor- und Nachlässen haben die beiden Autoren Texte zusammengetragen, die sie als „Archiv unterdrückter Literatur in der DDR“ an die Stiftung Aufarbeitung überreicht haben. Gemeinsam mit Studenten der Berliner Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ wird Ines Geipel eine Einführung in das Thema geben und Texte der Autoren vortragen.
Auch in diesem Jahr wird das Wiegenfest des Greifswalder Ehrenbürgers und Ehrendoktors der Greifswalder Alma Mater Wolfgang Koeppen mit namhaften Gästen begangen. Zunächst wird dem jungen Autor Koeppen am Freitag, dem 22. Juni eine Stimme verliehen. Der renommierte Berliner Schauspieler und Rundfunksprecher Frank Arnold wird aus Koeppens ersten Roman Eine unglückliche Liebe lesen. Der bekannte Literaturwissenschaftler und Koeppenforscher Dr. Jörg Döring wird an diesem Abend ebenso zu Gast sein, um einige einführende Worte zu Koeppens Roman und der Koeppen-Gesamtwerkausgabe des Suhrkamp-Verlages zu sprechen. Am Tag darauf, am Samstag, dem 23. Juni kommen die zeitgenössischen jungen Autoren im Rahmen einer „Langen Nacht der jungen Literatur“ zu Wort, um ihre Arbeiten zu präsentieren. Unter ihnen ist auch Saša Stanišić, der mit seinem Buch Wie der Soldat das Grammofon repariert für den Deutschen Buchpreis 2006 nominiert war.
Am Mittwoch, dem 27. Juni laden die Filmemacher Holger Lauinger und Daniel Kunle, die dem Greifswalder Publikum bereits durch ihren Film „Nicht mehr – noch nicht“ bekannt sein dürften, zu einer filmischen Reise durch das ländliche Ostdeutschland ein. In ihrem jüngsten Dokumentarfilm „Neuland“, sind die beiden Filmer den kleinen Hoffnungsschimmern einer Gesellschaft, die sich im Niedergang zu befinden scheint, auf der Spur.
Ausklingen wird der Juni am Freitag, dem 29. Juni mit einem Vortrag innerhalb der Reihe „Psychoanalyse und Kunst“. Die Berliner Psychoanalytikerin Dr. Gisela Greve wird über den amerikanischen Künstler Edward Hopper referieren.
Zu einem weiteren literarischen Café laden NDR 1 Radio MV und das Koeppenhaus am Freitag, dem 6. Juli mit Robert Ide. Der Autor, der als Journalist für den Berliner „Tagespiegel“ schreibt, wird sein Buch Geteilte Träume. Meine Eltern, die Wende und ich vorstellen.
Zum Ausklang des Sommersemesters und vor der literarischen Sommerpause des Koeppenhauses ist der ZEIT-Autor Adam Soboczynski am Mittwoch, dem 11. Juli in Greifswald zu Gast. Mit seinem Buch Polski Tango unternimmt der in 1975 in Polen geborene Autor eine Reise durch das heutige Deutschland und Polen und beleuchtet das zum Teil nicht unkomplizierte Verhältnis beider Staaten. Auf humorvolle Weise nimmt Soboczynski dabei hierzulande grassierende Polenwitze aufs Korn und hinterfragt die Gründe für deutsche und polnische Klischees.
Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen erhalten Sie unter: www.koeppenhaus.de oder telefonisch unter 03834-773510. Der Kartenvorverkauf findet im Café Koeppen, im Antiquariat Dr. Ulrich Rose und in der Greifswalder Stadtinformation statt.