Am Freitag, dem 2. März, um 20.00 Uhr wird Joochen Laabs im Koeppenhaus zu Gast sein, um aus seinem Roman „Späte Reise“ vorzutragen.
Seinen Aufbruch zu neuen Horizonten hatte sich der junge Abiturient und Ich-Erzähler ganz anders vorgestellt. Geographie wollte er studieren. Stattdessen bringt er es zunächst erst einmal nur zum Straßenbahnfahrer. Später wird er Ingenieur in Dresden und kommt dienstlich herum in der DDR und dem Ostblock: als Entwickler der „Zahlbox“, eines Kassiersystems für öffentliche Verkehrsmittel. Dann fällt die Grenze, und der Protagonist darf endlich in die weite Welt; in die Vereinigten Staaten. Dorthin wird er eingeladen, um unter anderem an amerikanischen Universitäten vom Alltag und Empfinden der Deutschen hinter der einstigen Mauer zu berichten.
„Späte Reise“ erzählt von Lebens-Räumen und Landschaften. Ein ganzes Leben wird im wahrsten Sinne des Wortes in diesem Roman „erfahren“: mit dem Rad auf dem Weg zur Schule; mit der Straßenbahn, im Auto beim Transport der hart erkämpften Schrankwand in die neue Dreiraumwohnung und durch die gewaltige Weite der Vereinigten Staaten. Laabs entfaltet ein eindrucksvolles Panorama von der Existenz in zweierlei Systemen und der Suche nach dem eigenen Mittelpunkt.
Joochen Laabs wurde 1937 in Dresden geboren und wuchs in der Niederlausitz auf. Er studierte Ingenieurswissenschaften und lebt seit 1975 als Schriftsteller in Berlin und Mecklenburg. Von 1993 bis 1998 war Laabs Generalsekretär des Ost-PEN, danach Vizepräsident des gemeinsamen deutschen PEN. Bereits vor der Wende und in den 90er Jahren war er Writer in Residence in den USA. Er veröffentlichte zahlreiche Romane, Erzähl- und Gedichtbände. Im Steidl Verlag erschienen sein Roman Der Schattenfänger und seine Erzählsammlung Verschwiegene Landschaft. Im September des letzten Jahres wurde ihm der Uwe-Johnson-Preis zuerkannt.
Der Kartenvorverkauf findet im Café Koeppen, im Antiquariat Dr. Ulrich Rose und in der Greifswalder Stadtinformation statt.
Der Eintritt beträgt 5,- Euro und 3,- Euro ermäßigt.