Am Dienstag, dem 27. Juni, und am Donnerstag, dem 29. Juni laden das Koeppenhaus und die Saarländer Regisseurin Miriam Michel zu einer ganz besonderen „Zeit“-Reise durch die Stadt Greifswald ein.
Greifswald ist die Geburtsstadt von Wolfgang Koeppen. Vor hundert Jahren wurde der Autor hier geboren: was heißt das heute?
Heute heißt das „Jugend“, ein kleines konzentriertes Werk, das Koeppen einige seiner Erwachsenenjahre beschäftigte. Die Regisseurin Miriam Michel, die bereits im April dieses Jahres mit ihrer Bühnenfassung von Irmgard Keuns „Das kunstseidene Mädchen“ im Koeppenhaus zu Gast war, hat sich nun mit dem in Greifswald bekanntesten Werk des Jubilaren Wolfgang Koeppen auseinandergesetzt. An zwei Abenden wird sie ihre Bearbeitung des Koeppenschen Textes, das sich mit seiner Zeit in Greifswald beschäftigt, präsentieren.
Erlebbar gemacht wird Koeppens Sicht auf seine Heimatstadt: damals im Kindesalter, nach dem Krieg und nach dem Erwachsenwerden.
Das Stück versucht dem Autor zu folgen: in die Atmosphäre, die Greifswald für ihn bereithielt. Man hört Koeppen, wie er schimpft, wie er klagt, wie er sich auflehnt, und wie er zum Außenseiter wird. Ebenso hört man aber auch den Autor, den erwachsenen Mann, der in der Schriftstellerei einen Weg gefunden hat. Seinen Weg.
Die Schauspieler Florian Anderer (Theater Vorpommern) und Markus Wechsler (Berlin) werden sich auf Koeppens Weg der unerhörten Ereignisse begeben, seinen Erfahrungen nachspüren und ihre eigene Wahrheit in den Koeppentexten suchen. Gemeinsam töricht hoffend, versuchen sie ihre Wirklichkeiten mit denen des Autors zu vereinen, um die Zuschauer Wolfgang Koeppen sehen zu machen.
Die Soundcollage dafür hat Angelika Rothhardt erarbeitet, deren Koeppen-Feature „Gestehe, wo du bist, was du denkst“ unlängst bei Radio Bremen ausgestrahlt wurde.
Hören und erleben kann man diese Reise durch Greifswald und in die Welt des Wolfgang Koeppen am 27. Juni in der Kapelle des St. Spiritus und am 29. Juni in der Museumsstrasse des Pommerschen Landesmuseums, jeweils um 20.00 Uhr.
Die Veranstalter danken dem Theater Vorpommern für die technische Unterstützung.