
Skispringer Michael Neumayer sorgte bei der olympischen Generalprobe für Bronze. DSV

Alexandra Grauvogel, die deutsche Weltklasse-Athletin im Ski-Cross, kann verletzungsbedingt leider nicht an Olympia teilnehmen. Aber unbedingt zurückkommen ! DSV

Julia Manhard vom sympathischen deutschen Team der Ski-Crosser. DSV

Maria R. kann wirklich "voll der Hoffnung" sein. Kraftfood/milka
Knisternde Spannung vor Beginn der XXI.Olympischen Winterspiele 2010. Die ersten Athletinnen und Athleten des insgesamt 153 Olympionikinnen und Olympioniken umfassenden deutschen Aufgebotes zogen bereits am 4.Februar in ihre Quartiere im Olympischen Dorf, darunter auch die Rostockerin Aika Klein vom ESV Turbine Rostock, die im Short Track die Farben Mecklenburg-Vorpommerns vertreten wird.
Während einige deutsche Olympionikinnen und Olympioniken also bereits das olympische Flair in Vancouver und in Whistler genießen, mußten andere Sportlerinnen und Sportler fünf Tage vor Beginn der Winterspiele noch einmal so richtig ran.
Sehr erfreulich aus deutscher Sicht: Bei den Weltcup-Wettbewerben im Skilanglauf, Skispringen und im Snowboard konnten die deutschen Olympia-Teilnehmer prächtig bis gut überzeugen.
Für den Höhepunkt des vorolympischen Wochenendes sorgte die Snowboarderin Amelie Kober. Die 22jährige Athletin vom SC Miesbach konnte dabei den Weltcup-Wettbewerb im Parallel-Riesenslalom in Bayrischzell gewinnen und kann mit gestärktem Selbstbewusstsein die Reise über den großen Teich aufnehmen. Bereits zu Beginn der olympischen Saison war Amelie Kober beim Weltcup-Wettbewerb in Landgraaf im Parallel-Slalom erfolgreich, danach ging es wechselhaft weiter, aber nun deutete die olympische Silbermedaillen-Gewinnerin von 2006 und Vize-Weltmeisterin von 2007 einmal mehr an, dass sie in einer olympischen Top-Form ist
Auch bei den zuletzt oft gescholtenen Skispringern geht letztendlich doch immer etwas: So belegte Michael Neumayer vom SK Berchtesgaden beim letzten Einzelspringen im Rahmen des Weltcups in Willingen einen ausgezeichneten dritten Rang. Er schaffte Weiten von 140,5 und 141 Meter. Vor ihm platzierten sich der Österreicher Gregor Schlierenzauer und der Norweger Anders Jacobsen. Auch das deutsche Skisprung-Team kann sich berechtigte Hoffnungen auf einen Podestplatz im Mannschaftswettbewerb in Vancouver machen. „Alt-Meister“ Martin Schmitt, der nach einer Pause in das Team zurückkehrte, zeigte zuletzt wieder gute Form und einen positiven Aufwärtstrend.
Aufwärts geht es auch bei den deutschen Skilangläuferinnen um Claudia Nystad, Evi Sachenbacher-Stehle & Co sowie bei den deutschen Skilangläufern um Axel Teichmann. Jedenfalls geben die Resultate der Weltcup-Wettbewerbe in Canmore Anlass zu Optimismus.
Gerade die Ski-Mädel zeigten ihren Kritikern die „Daumen“: Zwar gab es kein Edelmetall über die 10 Kilometer in der klassischen Technik – das sicherten sich die Schwedin Charlotte Kalla (1.), die Polin Justyna Kowalszyk (2.) und die Russin Irina Chasowa (3.) – aber die „Top Ten“-Ränge von Miriam Gössner (7.) und Claudia Nystad (8.) beweisen: Wenn es darauf ankommt, ist auf die deutschen Skilangläuferinnen, u.a. 2002 Staffel-Olympiasiegerinnen, eben Verlass. Eine olympische Staffel-Medaille ist jedenfalls im Bereich des Möglichen.
Mit Evi Sachenbacher-Stehle, Katrin Zeller bzw. Nicole Fessel waren sogar alle weiteren Starterinnen des deutschen Teams in den Weltcup-Punkte-Rängen platziert.
Der Italiener Giorgio di Centa sicherte sich hingegen den Erfolg im 15 Kilometer-Wettbewerb in der klassischen Technik in Canmore. Als bester deutscher Skilangläufer wurde Axel Teichmann hervorragender Fünfter.
Die Sprint-Wettbewerbe bei der olympischen Generalprobe entschieden die Polin Justyna Kowalszyk und der Schwede Emil Jönsson für sich. Nicole Fessel erreichte Platz sieben und Axel Teichmann kam hier zumindest unter die besten Zwölf – Steigerungen für Winter-Olympia 2010 sind aber angestrebt.
Ihren ersten Olympia-Start überhaupt streben aber die Ski-Crosser an … Vancouver/Whistler 2010 – das ist eben auch ein Olympia der absoluten Neulinge. Die Ski-Crosser werden nämlich in die olympische Familie aufgenommen. Normalerweise hätte dabei auch Alexandra Grauvogel vom SC Bad Wiessee beste Olympia-Chancen gehabt, aber die 28jährige riss sich die Kreuzbänder gleich beim ersten Weltcup der olympischen Saison in Innichen.
Es bedarf nicht sehr viel Empathie, um sich in die Lage der Sportlerin hinzuversetzen, denn Olympia ist nun einmal das große Ziel einer jeden Athletin bzw. eines jeden Athleten. Erinnerungen werden dabei an Deutschlands alpines Ski-Ass Maria Riesch wach, als sie 2005 kurz vor Olympia in Turin ebenfalls einen Kreuzbandriss erlitt und die Spiele 2006 tragisch verpasste. Aber sie kam zurück, biss sich durch und ist wieder in Top-Form. Eine ähnliche Entwicklung wünscht man nun auch Alexandra Grauvogel, die z.B. bei den WM 2007 Bronze erkämpfte…
Denn wie meinte bereits der frühere holländische Weltklasse-Eisschnellläufer Kees Verkerk: „Du wächst, in dem du stürzt und wieder aufstehst !“
Für Deutschland starten bei den Olympischen Winterspielen 2010 nun Julia Manhard, Simon Stickl, Anna Wörner, Martin Fiala und Heidi Zacher. Und diese werden allein schon deshalb ihr Bestes geben, um Alexandra Grauvogel würdig zu vertreten.
Winter-Olympia 2010 – der heiße Countdown läuft …
Die besten vier Nationen bei den Olympischen Winterspielen in den aktuellen olympischen Disziplinen
Land – Gold – Silber – Bronze
Alpiner Skisport
1.Österreich – 30-34-37
2.Schweiz – 16-19-18
3.Frankreich – 15-14-14
4.Deutschland – 13-12-9
Biathlon
1.Deutschland – 18-23-13
(davon DDR: 3 x Gold / 11 Medaillen / Bundesrepublik 1 x Gold / 5 Medaillen) 2.Russland/UdSSR – 18-11-13 3.Norwegen – 9-9-6 4.Frankreich – 3-2-5
Bobsport
1.Deutschland – 15-11-11
(davon DDR: 5-5-3 / Bundesrepublik: 3-3-2) 2.Schweiz - 9-10-11
3.USA: 6-6-6
4.Italien - 4-4-4
Curling
1.Kanada – 2-2-2
2.Großbritannien – 2-0-0
3.Schweiz – 1-2-1
4.Schweden – 1-2-0
Eishockey
1.Kanada – 9-5-2
2.Russland/UdSSR – 8-2-2
3.USA – 3-8-2
4.Schweden – 2-3-5
Eiskunstlauf
1.Russland/UdSSR – 25-17-7
2.USA – 13-15-16
3.Österreich – 7-9-4
4.Deutschland – 7-7-7
(davon DDR: 3-3-4 / Bundesrepublik 1-0-2)
Eisschnelllauf
1.USA – 28-20-15
2.Russland/UdSSR – 27-20-21
3.Norwegen – 25-28-26
4.Niederlande – 24-28-23
Nordische Kombination
1.Norwegen – 11-8-7
2.Deutschland – 7-4-6
(davon DDR: 3-0-4 / Bundesrepublik: 2-1-0) 3.Finnland – 4-8-2 4.Österreich – 2-2-6
Rennrodeln
1.Deutschland – 25-21-19
(davon DDR: 13-8-8 / Bundesrepublik: 1-4-5) 2.Italien – 7-4-4 3.Österreich – 4-5-7 4.Russland/UdSSR – 1-3-3
Short Track
1.Südkorea – 17-7-5
2.Kanada – 5-8-7
3.USA – 4-3-5
4.China – 3-10-7
Skeleton
1.USA – 3-3-0
2.Kanada – 1-1-1
3.Schweiz – 1-0-2
4.Italien – 1-0-0
Ski-Freestyle
1.USA – 4-4-2
2.Kanada – 2-2-2
3.Norwegen – 2-1-3
4.Australien – 2-0-1
4.Schweiz – 2-0-1
Skilanglauf
1.Russland/UdSSR – 40-30-31
2.Norwegen – 30-34-23
3.Schweden – 24-15-17
4.Finnland – 19-22-30
Skispringen
1.Finnland – 10-8-4
2.Norwegen – 9-9-10
3.Deutschland – 6-5-4
(davon DDR: 2-3-2)
4.Österreich – 5-7-8
Snowboard
1.USA – 5-4-5
2.Schweiz – 5-1-2
3.Frankreich – 2-2-1
4.Deutschland – 1-2-0
Anmerkung: Seit 1924 wurden auch immer wieder Sportarten, die nicht zum offiziellen olympischen Programm der Winterspiele gehörten, demonstriert. So war unter anderem 1932 in Lake Placid ein Schlittenhunderennen ein besonderer „Zuschauermagnet“. An diesen nahm unter anderem der bekannte amerikanische Polarforscher und Schlittenhundeführer Norman Vaughan teil.
Das Mannschaftsspiel Bandy, das seine Wurzeln in seiner modernen Form in England hat, wurde 1952 in Oslo demonstriert. Zwar ist es bislang nicht winterolympisch, aber Weltmeisterschaften werden seit 1957 ausgetragen. Die Titel teilten sich bislang Russland/die UdSSR (19 x Gold) und Schweden (9 x Gold). Nur Finnland konnte bisher einmal in diese Phalanx einbrechen.
Die absoluten wintersportlichen „Speed-Junkies“ kamen 1992 zum Zuge … In Albertville stand Speed-Ski auf dem Demonstrationsprogramm und ein Franzose und eine Finnin gewannen. Michael Prufer/Frankreich kam auf 229,299 km/h, die Finnin Tarja Mulari immerhin auf 219,245 km/h. Wie meinte schon Wilhelm Busch: „Ein, zwei, drei im Sauseschritt, läuft die (Olympia-)Zeit, wir laufen mit !“ (Aber auf die Geschwindigkeitsbegrenzungen achten ! ;) )