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02.03.10 10:42

Nach Olympia 2010 ist vor Paralympia 2010

Kategorie: Sport

Greifswald dank Natalie Ball mit paralympischer Tradition

Andrea Rothfuss, Martin Braxenthaler und Gerd Schönfelder mit gutem paralympischen Erfolgschancen.

Andrea Rothfuss, Martin Braxenthaler und Gerd Schönfelder mit gutem paralympischen Erfolgschancen.

Andrea Rothfuss, die starke Alpine.

Andrea Rothfuss, die starke Alpine.

Gerade noch kämpften Maria Riesch, Magdalena Neuner, Claudia Nystad, Evi Sachenbacher-Stehle, Andre Lange oder Axel Teichmann um Gold und weitere Medaillen bei den „Olympics“ in Vancouver und in Whistler, da folgt ab 12.März Teil zwei der Winterspiele 2010 an gleicher Stelle – die Paralympics.
Paralympics und Greifswald - da gibt es eine Tradition. So nahm die vielseitige Athletin Natalie Ball 2004 an den Sommer-Paralympics in Athen teil und gewann vier Medaillen. Vier Jahre später startete sie dann in Peking im Goalball.

Aber zurück zu den Paralympics 2010: Nach Örnsköldsvik (Schweden) 1976, Geilo (Norwegen) 1980, Innsbruck 1984/1988, Albertville 1992, Lillehammer 1994, Nagano 1998, Salt Lake City 2002 und Turin 2006 sind es die X.Winter-Paralympics der Sportgeschichte.

Um die Einheit von Winter-Olympics und Winter-Paralympics deutlich zu dokumentieren, finden diese seit 1992 am gleichen Ort wie die Olympischen Winterspiele statt.
Deutsche Athletinnen und Athleten mit Handicaps spielten stets eine gute Rolle im Wettstreit um Siege und Medaillen.

Bei den ersten Winter-Paralympics 1976, damals nahmen rund 250 Sportlerinnen und Sportler sowie Begleitläufer aus 16 Ländern teil, wurde das deutsche Team erfolgreichste Nation. Im Jahr 2002 folgte nochmals die „Pole Position“, der erste Rang im Medaillenspiegel. Insgesamt erkämpften Athletinnen und Athleten aus Deutschland seit 1976 109 x Gold, 102 x Silber und 98 x Bronze.

Vor vier Jahren in Turin wurde die deutsche Mannschaft hinter Russland Zweite. Die Ausbeute damals: 8 x Gold, 5 x Silber und 5 x Bronze.

Die Erfolge von Verena Bentele (Skilanglauf/Biathlon), Andrea Rothfuss (Alpiner Skisport), Martin Braxenthaler oder Gerd Schönfelder (beide Alpiner Skisport) der letzten Jahre rückten auch die Winterspiele für die Sportlerinnen und Sportler in den Blickpunkt des Medien- wie Zuschauer-Interesses …

Marketa Marzoli, Pressesprecherin des Deutschen Behindertensportverbandes über die Hoffnungen, Ziele und Ambitionen des deutschen Teams für die Winter-Paralympics 2010

„Hoffe auf faire Spiele !“

Frage: Die Olympischen Winterspiele gingen gerade glanzvoll zu Ende. Das sympathisch auftretende deutsche Team wurde hinter den kanadischen Gastgebern hervorragende Zweite.

Wie ist Ihre Meinung zu den Ergebnissen des deutschen Teams ? Was erwarten Sie nun von den deutschen Paralympioniken ab 12.März bei den X.Winter-Paralympics ?

Marketa Marzoli: Über die deutschen Medaillen freue ich mich sehr und bin begeistert, dass es die Mannschaft erneut geschafft hat, so weit vorne im Medaillenspiegel zu stehen. Wir erhoffen uns ähnliche Erfolge, schließlich haben wir auch einen Platz zu verteidigen. Letztlich wird aber alles auch ein bisschen vom Glück abhängen und man kann es jetzt nicht vorhersehen. Unsere Sportler sind jedenfalls bestens vorbereitet, und wir haben ein paar heiße Eisen im Feuer, nur darf sich nun auch keiner mehr verletzen.

Frage: Das deutsche paralympische Team wurde noch während der Olympischen Winterspiele nominiert – 14 Herren und 6 Frauen für die 64 Wettbewerbe in fünf Sportarten. Eine überschaubare Anzahl. Hätte man nicht noch mehr mitnehmen können ? In welchen Disziplinen sehen Sie persönlich die besten Erfolgsaussichten für „Team Germany“ ? Hätte man nicht noch mehr Sportler mitnehmen können ?

Marketa Marzoli: Große Medaillen-Ambitionen sind sicherlich bei den Mannschaften im Nordischen und Alpinen Skisport vorhanden. Dort sind wir mit vielen erfahrenen Sportlern vertreten, die Medaillen gewinnen können. Auch die Curling Mannschaft hat Chancen, schließlich haben sie bei der letztjährigen WM eine Bronzemedaille gewonnen. Einziger Wermutstropfen ist sicherlich, dass sich unsere Sledge-Eishockey-Mannschaft nicht qualifiziert hat, so fahren auch nur 20 Sportler mit.

Frage: Gerade hat Viktoria Rebensburg olympisches Gold im Riesenslalom gewonnen. Andrea Rothfuss hingegen, ebenfalls Jahrgang 1989, erkämpften bereits 2006 paralympisches Silber im Riesenslalom. Überhaupt ergeben sich erstaunliche Parallelen, Ähnlichkeiten zwischen beiden Skisportlerinnen. Beide wurden im Oktober 1989 geboren (Andrea am 20.10. / Viktoria am 4.10.). 2005 wurde Andrea Junior-Sportlerin des Jahres, vier Jahre später erhielt Viktoria diese Ehrung. Und nun haben sowohl Andrea mit Riesenslalom-Silber 2006 als auch Viktoria mit Riesenslalom-Gold 2010 "ihr Edelmetall" bei Winterspielen.

Aus Ihrer Sicht: Was zeichnet die beiden Athletinnen aus ?

Marketa Marzoli: Beide Athletinnen konnten mit viel Fleiß und eisernem Willen, gepaart mit jugendlichem Elan, ihre sportlichen Träume und Hoffnungen gleich bei ihren ersten Winterspielen realisieren. Von den beiden Skisportlerinnen dürfte man auch in Zukunft viel Positives und Erfreuliches hören. Die Zwei sind zudem Sympathieträgerinnen mit Vorbildwirkung.

Frage: Wann geht es eigentlich für das deutsche Team in Richtung Kanada ?

Marketa Marzoli: Die Mannschaft Ski Alpin ist bereits unterwegs, sie absolvieren kurz vor den Paralympics noch einen Weltcup in Aspen. Die restlichen Mannschaftmitglieder fliegen am 6. und am 8. März vom Frankfurter Flughafen nach Vancouver. So bleiben uns noch wenige Tage zur Vorbereitung und Akklimatisierung.

Frage: Was erwarten Sie – außer sportlichen Erfolgen für das deutsche Team – von den Winter-Paralympics in Vancouver/Whistler ?

Marketa Marzoli: Ich hoffe sehr, dass es faire Spiele werden, ohne Dopingfälle und nicht zuletzt, dass unsere jungen Sportler viel an Erfahrung sammeln.

Eine gute Reise nach Vancouver, erlebnisreiche paralympische Tage und bestmögliche Resultate für das deutsche Paralympics-Team !

Die Fragen stellte: Marko Michels.

Die Nominierten Athletinnen und Athleten für die X.Winter-Paralympics Ski alpin:
Martin Braxenthaler (Surberg)
Gerd Gradwohl (Kempten)
Franz Hanfstingl (Bruckmühl)
Thomas Nolte (Räbke)
Andrea Rothfuss (Lossburg)
Anna Schaffelhuber (Bayerbach)
Gerd Schönfelder (Kulmain)
Kevin Wermeester (Aachen)

Ski nordisch:
Verena Bentele (Tettnang)
Wilhelm Brem (Ketterschwang)
Andrea Eskau (Bergheim)
Josef Giesen (Herzlake)
Frank Höfle (Isny)
Thomas Oelsner (Oberhof)
Tino Uhlig (Baiersbronn)

Curling:
Jens Gäbel (Kirchberg)
Astrid Hoer (Villingen/Schwenningen)
Jens Jäger (Rottweil)
Marcus Sieger (Denkingen)
Christiane Steger (Füssen)

Begleitläufer:
Thomas Friedrich (Bonn)
Florian Grimm (Waltenhofen)
Karl-Heinz Vachenauer (Bergen)
Johannes Wachlin (Kempten)

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