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04.02.10 10:56

Konzert: Kai Degenhardt: Sa,13.02.2010/ 19.30 Uhr, St. Spiritus, Lange Str. 49/ 50

Kategorie: Kultur

Moderner Protest

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm – man sagt es Kindern auf den Kopf zu und meint damit, dass sie nach den Eltern kommen. Dem Musiker Kai Degenhardt dürfte diese Formel schon häufiger angetragen worden sein. Er nimmt es gelassen und sagt: Klar bin ich von meinem Vater beeinflusst. Er ist ja nicht nur Sohn von Franz Josef Degenhardt, dem großen, linken Liedermacher, sondern hat seit den 80er Jahren auch auf allen dessen Platten Gitarre gespielt und ist knapp zwanzig Jahre mit ihm auf Tour gewesen. Ob es von Vorteil ist oder eher eine Last zwangsläufig mit dem berühmten Vater in Beziehung gebracht zu werden, das mag er nicht zu beurteilen. Er kennt es nicht anders.

Auch wenn die Wurzeln unverkennbar sind, Kai Degenhardt hat seine eigene Art entwickelt Musik zu machen: Anleihen beim musikalischen Material zeitgenössischer Unterhaltungsmusik nehmend, haut er alles in den Schredder, um eine eigene Sprache, eigene Texte, einen eigenen Sound zu erfinden. Er serviert das Schnitzel ohne Erbsen. Seine Lieder sind kritisch, präzise und schnörkellos. Einzig mit Gitarre und moderner Sampler-Technik bewaffnet, besteigt er die Bühnen der Republik und besingt die prekären Zonen des heutigen Zusammenlebens. Seine Musik ist keine, die einfach so im Hintergrund läuft. Vielmehr beansprucht sie jegliche Aufmerksamkeit. In diesem Sinne ist jedes einzelne Stück gleich einer glimmenden Neonröhre, beängstigend klar, hellsichtig, schön, verstörend. Kargheit in Perfektion.

Seine Alben tragen Titel wie „Brot und Kuchen“ (1997), „Dekoholic“ (2000) und „Weiter draußen“ (2008) und beweisen: Neben all dem Ernst fließt feiner, leiser Humor durch die Texte, wie durch die Kanäle Venedigs das Wasser.

Kartenvorbestellungen unter der Tel.-Nr. 03834 3463.

Kai Degenhardt

- linker polit Liedermacher
- Zeitgeschehen kritisch kommentieren
- Vater: Franz-Josef Degenhardt („Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“), linke Ikone
- Folksänger (?) d dem Publikum allein mit einer Gitarre gegenübertritt – Degenhardt modernisiert diesen Typus textl + musikal
- vom Vater beeinflusst
- WEITER DRAUßEN: längste Stück = 13 min, kürzeste -1min = Streiflichter auf die prekären Zonen des heutigen Zusammenlebens (Herrschaftsform heute: Errichtg v Unsicherheit; ist schon Dauerzustand geworden)
- keine Hintergrundmusik; Kurzgeschichten statt Songs (Kritik)
- Stimmungsskizzen, d zu denken geben
- „Die Tötung“ – langweilen wir uns beim Anhören dieser Mörderballade, weil wir ja schon alle Katastrophen kennen
- Mit Gitarre und moderner Sampler-Technik bewaffnet, montiert der Musiker die Melodien direkt auf der Bühne. Karge Begleitung: Gitarren, Melodica, Bass, Percussion, Zitter, Keyboards

über sich selbst

- Liedermacher
- polit Lieder – was auch sonst, aber nicht im TV-Talk-Sinne
- bedient sich, von Folk bis „Beats & Clongs“ -> musikal Verfremdungseffekt
- auf d Bühne: Gitarrre, Melodica, Loop-Recoder mit dem er kleine musikal Phrasen sampelt + übereinander schichtet
- 70er/frühe 80er mit Folk, Rock, Punk, Wave, Reggea groß geworden, aber auch mit Liedern seines Vaters + dem kulturellen Umfeld d linken u linksradikalen Szene dieser Jahre
- Vorbilder: Bob Dylan, Frank Zappa, Rio Reiser, Strummer, Eisler…
- seit den 80ern arbeitet er mit dem Vater als Arrangeur u Gitarrist zusammen, auf allen Alben u div Tourneen
- „Brot u Kuchen“ – 1997, „Dekoholic“ – 2000, „Weiter draußen“ - 2008

Der Protestsong ist nicht tot:

Vater, ja, aber:
modern, kritisch, kein Firlefanz
wie ist die Musik

Pressestimmen

„Rhythmisch pointiert und sprachlich umwegarm, aber viel raffinierter, als man auf den ersten Blick wahrnehmen mag.“ (Frankfurter Rundschau)

„Ein Künstler, dem unbedingt Aufmerksamkeit gebührt.“ (Jazzthetik)

„’Weiter draußen’ ist Degenhardts bisher ambitioniertestes Werk. Mit dem Titelstück, 'Die Tötung' oder 'Wir gehen rein' verstecken sich sogar Lieder auf dem Album, die das kurzlebige Musikgeschäft vielleicht als Ohrwürmer bezeichnen würde.“ (Neues Deutschland)

„Erfrischend unangepasste Texte und verspielte Gitarrenklänge sind das Rezept von Kai Degenhardt.“ (Gelnhäuser Neue Zeitung)

„Zeigt Haltung, bezieht Stellung und macht gute Musik.“ (Schwäbische Zeitung)

„Degenhardt gelingen überzeugende Einblicke in die Schattenzonen einer zunehmend neoliberal zerstörten Gesellschaft.“ (Junge Welt)

„Die fast karge, dafür umso effektvollere Begleitung verleiht den Liedern eine Dringlichkeit, die den Texten einen zusätzlichen Schub gibt.“ (Folker!)

„Die Musik ist hoch politisch, mit modernen Elementen angereichert ohne je davon überfrachtet zu sein. Tiefsinnige wie treffende Beschreibungen von Alltag und Politik hierzulande, wie man es in der Musikwelt viel zu selten hört.“ (schallplattenmann.de)

„Politische Liedermacher müssen nicht langweilig sein. Es herrscht ein gnadenloser Realismus, wenn er die Gestrandeten charakterisiert, aber nicht denunziert.“ (SoZ)

„Die musikalische Qualität seiner Lieder steht außer Zweifel. Der Inhalt ist enorm, komplex, ein Hammer.“ (Köpfchen)

„Songs mit Inhalt und Gewicht.“  (melodie & rhythmus)

„Pathos und platte Agitprop-Songs sind von ihm nicht zu erwarten. Sein ‚Anti-Pop’ zwingt zur intensiven Auseinandersetzung.“ (Badisches Tageblatt)

„Mit Gitarre und moderner Sampler-Technik bewaffnet, montiert der Musiker die Melodien direkt auf der Bühne. Der junge Degenhardt geht mit der Zeit. Es ist die Zeit, in der wir leben.“ (Neue Westfälische)

„Mit der Gitarre kann er alles, mal monoton drohend den Rhythmus pochend, dann aufreizend durch alle Tonlagen jagend, dann wieder sentimental klagend, koloriert er seine Texte, phantasievoll und virtuos.“ (Braunschweiger Zeitung)

„Die ganze spätpubertäre Barrikaden-Attitüde ist bis zur Lächerlichkeit durchtränkt mit schlauen Fachbegriffen, Anglizismen und französischen Wort-Dekorationen, in denen der Künstler seine eigene Eitelkeit zu spiegeln scheint. Neben seiner Klampfe kramt Degenhardt eine Art Tastentröte und eine Kindergitarre aus Plastik heraus, die quäkende Geräusche von sich gibt.“ (Peiner Allgemeine)

„Er verkörpert einen bestimmten Impuls der neuen Protestsongszene. Musikalisch gelingt ihm damit ein Gegenpol zur Warenästhetik der Popmusik.“ (Die Rheinpfalz)

„Textlich und musikalisch voll im Hier und Jetzt.“ (Hör Zu)

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