Die Universitäts- und Hansestadt Greifswald widerspricht einer Darstellung der Ostsee-Zeitung vom 6./7. März 2010, wonach „Geheimpapiere“ existieren sollen, die dem Petruswerk angeblich exklusive Grundstücke zusichern. „Mit Empörung habe ich den Bericht in der Ostseezeitung vom 6./7. März 2010 zur Kenntnis genommen“, erklärte Oberbürgermeister Dr. Arthur König. „Der Artikel mit der reißerischen Überschrift „Geheim-Papier“ erweckt wahrheitswidrig den Eindruck, dass es bei Grundstücksveräußerungen der Stadt Unregelmäßigkeiten geben würde. Das ist eindeutig falsch.“
Die Entscheidung zum Verkauf städtischer Grundstücke wird von den zuständigen Gremien der Stadt getroffen. Die Beratung der Vorlagen beginnt im Senat, geht in die Ortsteilvertretung über den Finanz, Wirtschafts- und Liegenschaftsausschuss und den Bauausschuss bis hin zum Hauptausschuss und die Bürgerschaft. Grundstücksverkäufe werden nach den gesetzlichen Regeln der Kommunalverfassung wegen schutzwürdiger Interessen der Vertragspartner der Stadt grundsätzlich in nicht öffentlicher Sitzung beraten und entschieden. Die Mitglieder der Gremien beraten und entscheiden auf der Grundlage von Beschlussvorlagen, die Ihnen rechtzeitig vor Beginn der Sitzung übermittelt werden. Diese Unterlagen liegen mehr als 50 gewählten Mitgliedern der Gremien vor. Es ist eine böswillige Unterstellung, wenn behauptet wird, es handele sich bei den Unterlagen um Geheimpapiere. Falsch ist auch die Behauptung, der Baudezernent Reinhard Arenskrieger plane ein millionenschweres Geschäft mit dem Petruswerk. Herr Arenskrieger hat den Gremien die mit dem Sanierungsträger BauBeCon, dem Stadtbauamt und dem Liegenschaftsamt abgestimmten Beschlussvorlagen zu den Kaufanträgen von Herrn Dr. Fernando zur Beratung und Entscheidung vorgelegt. Die Entscheidung über den Verkauf der Grundstücke liegt allein bei den gewählten Mitgliedern der zuständigen städtischen Gremien.
Die unter Federführung des Bausenators Reinhard Arenskrieger von den Mitarbeitern des Sanierungsträgers, des Stadtbauamtes und des Liegenschaftsamtes vorbereiteten Beschlussvorlagen zum Verkauf der in rede stehenden Grundstücke sind rechtlich zweifelsfrei und liegen im Interesse der Stadt. Die in den Vorlagen aufgeführten Kaufpreise entsprechen den Wertermittlungen des unabhängigen Gutachterausschusses. Das gilt für den Verkauf des sog. A9-Quartiers, in dem unter anderem ein Lebensmittelmarkt errichtet werden soll. Das gilt auch für den Verkauf der Grundstücke im Bereich des B-Plans 55.
Mit Herrn Dr. Fernando und seinen Unternehmen stehen leistungsfähige Investoren zur Verfügung, die wirtschaftlich in der Lage sind, diese städtebaulich, aber auch arbeitsmarktpolitisch wichtigen Investitionen in einer Größenordnung von weit über 50 Millionen Euro darzustellen.
In dem Zusammenhang erinnert Dr. Arthur König auch an die laufenden Bauarbeiten auf der Großbaustelle im Bereich der ehemaligen Reichsbahndirektion an der Anklamer Straße: „Ich spreche Herrn Dr. Fernando Dank und Anerkennung dafür aus, dass er mit der Sanierung der ehemaligen Reichsbahndirektion an der Anklamer Straße und dem Neubau von Studentenwohnungen einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung unserer Stadt leistet. Hier wird nicht nur ein städtebaulicher Missstand beseitigt. Mit dem Bau von mehr als 200 Studentenwohnungen wird auch ein wesentlicher Beitrag zur angemessenen Wohnraumversorgung für die Studenten geleistet. Mit diesen Investitionen in einer Größenordnung von mehr als 15 Mio. Euro werden aber auch wichtige Arbeitsplätze in der Bauwirtschaft gesichert.“
Zugleich verwahrte sich der Oberbürgermeister dagegen, wie in dem Bericht Dr. Douglas Fernando verunglimpft wird: „Dr. Fernando ist ein für die Universitäts- und Hansestadt Greifswald wichtiger und willkommener Investor.“