Im Beisein von Landesbauminister Volker Schlotmann wird am Montag, dem 15. März, das neue Stadtteilzentrum „Schwalbe“ feierlich übergeben. Damit ist das wichtigste städtische Bauvorhaben im Stadtteil Schönwalde II abgeschlossen. Das einstige „Labyrinth“ war in den vergangenen 18 Monaten von Grund auf saniert worden. Die Umbauten wurden als Modellvorhaben im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ komplett mit Städtebaufördermitteln finanziert. Die Gesamtkosten liegen bei rund 2,1 Millionen Euro. In den 45 Räumen des Gebäudes mit insgesamt 2130 Quadratmetern sind zahlreiche Vereine und Einrichtungen untergebracht. Die Einweihung des neuen Stadtteilzentrums wird mit einer Festwoche gefeiert. Auftakt ist Montag Nachmittag ein Tag der Offenen Tür, bei dem sich alle Träger vorstellen.
Sie sind zur feierlichen Übergabe herzlich eingeladen.
Frühere Gäste werden das Gebäude kaum wiedererkennen. Durch Abriss und Einbau von Wänden wurde das Haus komplett neu strukturiert. Die Wände wurden gedämmt und gestrichen, die Fenster erneuert, ebenso die Heizungs- und Sanitäranlagen. Künftig sind nicht nur neue Zugänge, sondern auch eine farbenfrohe Fassade ein Blickfang für die Besucher. Im einstigen Innenhof entstand ein Veranstaltungsraum, der max. 252 Plätze fasst. Hier ist künftig Platz für Skatturniere, Sitzungen der Ortsteilvertretung oder generationsübergreifende Festlichkeiten.
Der Umbau stellte sich zwischenzeitlich als schwieriges Unterfangen dar. Beim Ausbau und Freilegen der einzelnen Bauteile wurden praktisch fast alle denkbare Schadstoffkombination in bisher noch nie dagewesenen Umfang vorgefunden - angefangen bei Asbestfasern und belasteten Teerpappen unter dem Estrich, künstlichen Mineralfasern an Rohrleitungen und im Dachgeschoss bis hin zu asbesthaltigen Eindichtungen der Fenster. Der Bau musste für 2 Monate unterbrochen werden, da erst die Schadstoffe mit hohem Aufwand entfernt werden mussten. Die Folge war ein ungeplanter Kostenanstieg. Die verlorene Zeit wurde durch einen strafferen Bauablauf kompensiert, so dass der Fertigstellungstermin gehalten werden konnte.
Für die öffentlich ausgeschriebenen Bauleistungen der 15 Gewerke konnte der Zuschlag ausschließlich an Firmen aus der Region erteilt werden, davon 6 an Greifswalder Firmen. Auch mit der Planung des Vorhabens wurden vorwiegend Büros aus Greifswald beauftragt.
Neue Mieter fühlen sich wohl
Inzwischen haben alle Nutzer ihre neuen Räumlichkeiten bezogen. Die meisten waren bereits früher Mieter, allen voran der ISSA e.V., die Initiative für sozialpädagogische und soziokulturelle Arbeit. Der freie Träger der Jugendhilfe und Betreiber des Kinder- und Jugendtreffs „Labyrinth“ hatte dem Haus damals zu seinem Namen verholfen. Darüber hinaus kommen auch die Stadtteilkantine, der Verbund Soziale Projekte und die Ausbildungsgesellschaft Neubrandenburg zurück. Außerdem bezieht der sozialpädagogische Dienst sowie die Kinder- und Jugendhilfe des Amtes für Jugend, Soziales und Familie Räume in der 1. Etage. Neu hinzu kommen die Volkssolidarität, das Quartiersbüro der Caritas, ein Internetcafe und eine Fahrradwerkstatt der ABS.
Sechs tolle Tage zur Eröffnung
Die Einweihung des neuen Stadtteilzentrums wird mit einer Festwoche gefeiert. Montag Nachmittag laden alle Träger zum Tag der Offenen Tür. Von 14 bis 17 Uhr präsentieren sie sich und ihre Angebote. Für die Kleinen gibt es Puppentheater, für die Älteren Kaffee und Kuchen. Am Dienstag lädt die Volkssolidarität von 11 bis 14 Uhr zum Gesundheitsbrunch mit Pflege- und Gesundheitsberatung. Mittwoch Vormittag kocht der Vorstand der WGG zusammen mit Kindern im Kinderkochclub des „Labyrinths“, ab 15.30 präsentiert der Nachbarschaftshilfeverein der WGG einen Lichtbildervortrag über Namibia. Die Volkssolidarität veranstaltet am Donnerstag von 14 bis 18 Uhr eine Frauentagsfeier im großen Saal. „Cocktails unplugged“ gibt es ab 19 Uhr im Internetcafe. Am Freitag lädt das „Labyrinth“ von 15 bis 19 Uhr zur Schülerdisco ein. Die Festwoche klingt Samstag Abend mit einem Rock- und Popkonzert aus, bei den sich die Bands aus dem „Labyrinth“ präsentieren.
Das Gebäude in der Maxim-Gorki-Straße 1 war in den 70er Jahren als Kindertagesstätte und Kinderkrippe erbaut worden. Nach der Wende wurde es als Jugendhaus „Labyrinth“ und Verwaltungseinrichtung genutzt.