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Aufwendige Deckenbemalung im Kaisersaal, März 2009

Die aufwendig verzierte Gipsdecke des Kaisersaals setzt sich im Einzelnen aus 50 Schmuckkassetten zusammen. Ein Prunkstück, das mit seinem Detailreichtum und den üppigen Motiven bei der Restauration echte Handwerkskunst erfordert. Ein Stralsunder Traditionsbetrieb ist mit der Deckenbemalung befasst. Unlängst war bereits die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Auftraggeber des Fachbetriebes, als es im Rahmen des Hochschuljubiläums um die Erneuerung der Aula ging. Nach den Vorgabe der erhaltenen Archivaufnahmen aus der Gründerzeit der Stadthalle wird auch bei der Deckenrekonstruktion im Kaisersaal streng nach historischen Vorlagen gearbeitet: Verspieltes Blumendekor vor dem Hintergrund edler Grautöne. Das Schablonieren mit den Dekorfolien, das Material und die optimale Temperatur bei der Anbringung sind das Geheimnis der Malermeister. Im Laufe von vier Arbeitsgängen entsteht schließlich das üppige Blumenmotiv. Durch Drehung und Spiegelung von zwei Basisschablonen sowie Auftrag von vier Schichten mit hellgrauer, dunkelgrauer, schwarzer und weißer Farbe nimmt das Rosendekor seine Form an. Die verwendeten Farbtöne sind nach den Angaben des Restaurators eigens angemischt und matt-deckend verarbeitet worden. Sowohl Farbwerte als auch Schablonenmotive sind archiviert und können für zukünftige Malerarbeiten erneut verwendet werden.

Statische Arbeiten im Inneren der Stadthalle, August 2008

Hinter den Planen des Baugerüstes waren die Arbeiten an der Fassade des Stadthallengebäudes im Sommer 2008 sehr gut fortgeschritten. An der Gebäudeseite Robert-Blum-Straße war die erste Putzschicht an den Wände und Teile des Gesimses bereits angebracht. Der Denkmalschutz stellte auch hier Zierelementen fest, wo das gegenwärtige Erscheinungsbild der Stadthalle unmittelbar zu Beginn der Rekonstruktion nichts mehr davon vermuten ließ. Mit unvorhergesehenen Überraschungen waren ebenfalls die statischen Arbeiten am Gebäude verbunden. Die Analyse der Tragwerkskonstruktion ergab eine unzureichende Traglast des Fundamentes, der Stahlträgerkonstruktion und der Geschossdecken. Hier mussten Budget und Bauplan angepasst und die notwendigen Düsenstrahlarbeiten, der Korrosionsschutz der alten Stahlträger und die Erneuerung verschiedener Geschossdecken zeitnah realisiert werden. Durchbiegungen vom zweifachen des akzeptablen Grenzwertes machten ein Handeln vor allem bei den Decken über dem Erdgeschoss und dem Theatercafé notwendig.

Erteilung der Baugenehmigung und offizieller Baustart, März/April 2008

Das Bauamt der Universitäts- und Hansestadt Greifswald hat am 11. März 2008 die Baugenehmigung für die Sanierung der Stadthalle erteilt. Die Stadtverwaltung schuf somit alle notwendigen Voraussetzungen, um die Rekonstruktion des geschichtsträchtigen Gebäudes offiziell zu beginnen. Noch im März wurde das Baugerüst erreichtet und der Baubeginn schließlich auch nach außen hin sichtbar. Zum Start der ersten statischen Umbaumaßnahmen waren am 27. März 2008 mit dem Oberbürgermeister Dr. Arthur König, Bürgerschaftspräsident Egbert Liskow und Geschäftsführer der Projektgesellschaft Stadthalle Greifswald Klaus-Peter Adomeit nochmals die Köpfe aller verantwortlichen Parteien vor Ort in der Stadthalle zusammengekommen, um über den folgenden Bauverlauf und die Vergabe der ersten Lose an Fachbetriebe zu berichten.

Präsentation restauratorischer Funde, Februar 2008

Hans-Henning Bär begleitet als zuständiger Restaurator die Sanierung der Stadthalle und ist seit Beginn der bauvorbereitenden Maßnahmen aktiv in das Baugeschehen involviert. Im Februar führte er den Greifswalder Oberbürgermeister Arthur König und Vertreter der lokalen Presse durch das Gebäude, um in der Eingangshalle sowie in den Sälen Reste und Hinweise der einstigen Innengestaltung zu präsentieren. Im Laufe der bauzeitlichen Untersuchungen konnten für den Innenraum der Stadthalle stellenweise zwischen fünf und sechs Farbaufträge analysiert werden. Die Definition des eigentlichen Farbkatalogs war dementsprechend aufwendig, schließlich jedoch zielführend. Eine schlichte und zurückhaltende Farbgestaltung und Formensprache mit grauen Basistönen und schwarzen Schmuckmalereien bestimmte einst das Bild der Stadthalle. Ein Stil zwischen Jugendstil und Art déco, so definiert Hans-Henning Bär das architektonische Gesamtbild, dass im Zuge der Rekonstruktion wieder angestrebt wird. Technik und Ästhetik der Gegenwart sollten sich idealerweise mit den restauratorischen Ergebnissen verbinden. Jede Bauphase der Rekonstruktion orientiert sich an dieser Art eines sinnvollen Ineinanderfließens moderner Ansprüche und Denkmalschutzbestimmungen. Diese Maßgabe bestimmt alle Bauabschnitte, beginnend bei den statischen Arbeiten, über die Installation der Haus- und Bühnentechnik bis hin zu gestalterischen Innen- und Außenarbeiten.

Bauvorbereitende Maßnahmen, Oktober 2007

Bereits im Vorfeld des geplanten Baustarts für die Sanierung der Stadthalle Greifswald im März 2008 war ein Handwerkerteam in dem alten Gebäude im Einsatz. In den Jahren der Nutzung als Kreiskulturhaus waren diverse Einbauten und Veränderungen der Innenarchitektur vorgenommen worden, die entfernt werden mussten. Die Stadthalle wurde so in ihren ursprünglichen Bauzustand zurückversetzt. Im Zuge der Rückbauarbeiten sind alte Tür- und Wandöffnungen insbesondere im Kaisersaal wieder hergestellt worden. Während der Abrissarbeiten sind dabei speziell im kleineren Rubenowsaal gut erhaltene Reste alter Baukunst ans Tageslicht gebracht worden – Relief- und Stuckarbeiten, die Jahrzehnte durch die abgehängte Saaldecke versteckt waren. Durch Freilegung dieser Schmuckelemente aus vergangenen Zeiten und Untersuchung weiterer erhaltener Wandmalereien schuf der Restaurator die notwendigen Befunde, um das Stadthallengebäude im alten Sinne zu erneuern.

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